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Held ist, wer entweder beeindruckend
triumphiert oder großartig scheitert. Im Theater spricht
man von der notwendigen „Fallhöhe“ des dramatischen
Helden. Alle anderen sind bloße
Beobachter, Zuschauer, die dem Weltenlauf nichts hinzuzufügen
haben. Das Dilemma dessen, was man auch das heroische Zeitalter
des Managements nennen könnte, ließe sich so beschreiben:
die Komplexität, Ungewissheit und Unlösbarkeit der
Probleme, die man heldenhaft
beherrschbar gemacht hat, kehrt nun innerhalb der Organisation
und in der Form der Organisation selbst (oder, wenn man so will,
innerhalb der dramatis personae) wieder zurück. Postheroisches
Management ist so gesehen nichts anderes als ein Management,
das sein Heldentum nicht mehr
in der Verfügung über Kapitalvermögen und einer
Inszenierung entsprechender Risikobereitschaften und Verantwortungen
sucht, sondern einen neuartigen Spürsinn für die sachlichen
und sozialen Dimensionen der Organisation von Arbeit und der
Verteilung von Verantwortlichkeit entwickelt, die damit einher
geht. Das geht nur unheroisch,
weil grandiose Gesten nicht geeignet sind, andere zur Mitarbeit
anzuregen. Im postheroischen
Management werden die Beobachter aus ihrer passiven Rolle befreit.
Sie werden zu Akteuren. Jeder ihrer Arbeitsschritte ist eine
Entscheidung. Helden stören
dabei nur. Helden sind Leute,
die den Blick für die Gegenwart scheuen und sich stattdessen
auf ihre glorreiche Zukunft konzentrieren. Oder anders ausgedrückt:
man muss schon kopfüber in die Paradoxie springen, der
Schurke des Stücks, sein Held
und zugleich der geduldigste Beobachter des Gesamtkunstwerks
sein. Die Paradoxie funktioniert. Sie bedient die Klischees
und ermöglicht zugleich deren schöpferische Zerstörung. |
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Quellentexte
1 "Zurück zu den Sachen", in: Dirk Baecker, Postheroisches
Management.
Ein Vademecum, Berlin 1994 Weiterführende
Bibliografie
1 Jonathan Lethem, Menschen und Superhelden, Berlin 2005
2 Dietrich zur Nedden (Hrsg.), Spiel ohne Ball: Materialien zu einer
postheroischen Fußballtheorie für Kunstfreunde,
Hannover 2001
3 Anton Szanya, Von magischen Helfern, strahlenden Helden und finsteren
Gesellen. Studien zur Politik und Religion, Wien
2004 © Konzept, Gestaltung,
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